Seite 2 - Stadtrundgang Langen

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Langen ...
ist eine Stadt mit Tradition. Davon legen verwinkelte Gassen, rote Sandsteinmau-
ern und hübsche Fachwerkhäuser Zeugnis ab. Schon bevor „Langungon“ anno
834 im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt wurde, siedelten sich Men-
schen am Handelsweg zwischen Frankfurt und Darmstadt an.
Sühnekreuze
Am Eingang der Bachgasse stehen zwei Sühnekreuze aus Sandstein. Sie stammen
aus der Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Solche Kreuze erinnern meist
an Gewaltverbrechen oder dienen als Gedenksteine.
Kreuze für einen Kindsmord?
Ein Mädchen erwartete ohne seinen Willen ein Kind. Dies galt als eine Schande,
und in seiner Verzweifl ung erwürgte die junge Mutter ihr Neugeborenes. Um
diese Missetat zu verheimlichen, ging das Mädchen jeden Tag an den Sterzbach
und wusch schmutzige Windeln darin. Doch die Nachbarn wurden argwöhnisch,
machten die Obrigkeit aufmerksam und die Untat kam ans Tageslicht.
Die junge Kindsmörderin wurde hingerichtet. Ihr Geist fand jedoch keine Ruhe,
und heute noch können Sonntagskinder anmanchen Tagen Geräusche hören, als
ob jemand amWaschen von Windeln sei.
(Aus: Langen – Gesichter einer Stadt)