Seite 3 - Stadtrundgang Langen

Basic HTML-Version

Langener Geschichten
Die versenkte Glocke
Während des Dreißigjährigen Krieges fielen marodierende Soldaten auch
über Langen her. Die Folge war so große Not, dass die Bürger am Sterzbach
kein Geld mehr hatten, um ihr kaputtes Rathausdach zu reparieren. Also ent-
schieden sie sich, die Ziegel eines Turmes abzutragen und deckten mit ih-
nen das marode Rathaus. Seit dieser Zeit trägt der Stumpfe Turm seinen Na-
men. Denn die Langener brachten nie mehr genügend Geld für ein neues
Dach auf. Ohnehin hatte er als Verteidigungsanlage irgendwann ausgedient.
Doch der Raubzug der Marodeure ging weiter: Sie stibitzten sogar die Glocken
der Jakobskirche, bis nur eine übrig blieb. Die Langener beschlossen daraufhin,
ihre wertvolle Glocke zu retten und versenkten sie im Michelsteich. Doch als der
Dreißigjährige Krieg vorbei war, konnten sie ihre Glocke im trüben Gewässer nicht
wieder fi nden und sie geriet in Vergessenheit. Als die Gemeinde 1710 denMichel-
steich trocken zu legen begann, war das ein idealer Platz, umSchweine zuweiden.
Und plötzlich stieß ein Rüssel auf etwas Metallenes: Es war die verlorene Glocke!
(Frei nach: Landschaft Dreieich, Sonderband Sagen, Mythen und Märchen der Dreieich)